Bremen unterzeichnet Vertrag zur Umsetzung des KiQuTG 2025/2026
15.08.2025
Die Qualität in Bremens Kitas wird weiter gestärkt: Der Senat und der Haushalts- und Finanzausschuss der Bürgerschaft haben die Senatorin für Kinder und Bildung am 12. beziehungsweise 15. August 2025 ermächtigt, einen Vertrag mit dem Bund zur Umsetzung des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung (KiQuTG) für die Jahre 2025 und 2026 zu unterzeichnen. Damit fließen Bundesmittel mit einem Gesamteffekt von insgesamt rund 45 Millionen Euro nach Bremen
Kinder- und Bildungssenatorin Sascha Karolin Aulepp: „Insbesondere in den benachteiligten Stadtteilen ist der Bedarf an Kita-Plätzen weiterhin hoch. Der Kitabesuch ist für diese Kinder besonders wichtig, damit gute Sprachbildung schon vor der Schule beginnt. Wer im der Kita gut unterstützt wird, kann in der Schule richtig durchstarten. Die Sicherung der Bundesmittel ist für die Kinder in unserem Bundesland immens wichtig, für ihr gesundes Aufwachsen und für ihren Bildungserfolg.“
Die neue Förderperiode baut auf dem bisherigen „Gute-Kita-Gesetz“ auf und umfasst bundesweit sieben Handlungsfelder – darunter der Ausbau bedarfsgerechter Angebote, die Verbesserung des Fachkraft-Kind-Schlüssels sowie die Förderung sprachlicher Bildung.
Schwerpunkt Sprachförderung
Die größte Einzelmaßnahme ist die Verbesserung des Fachkraft-Kind-Schlüssels in sozial herausfordernden Lagen, der weiterhin mit über 10 Millionen Euro jährlich unterstützt wird. Ein besonderer Schwerpunkt in der aktuellen Förderperiode liegt in Bremen auf der Sprachförderung: Ab August 2025 wird die Mittelvergabe auf Grundlage der Ergebnisse der Primo-Sprachstandserhebung neu ausgerichtet. 108 Kitas mit hohem Förderbedarf erhalten gezielte Unterstützung durch sogenannte Funktionsstellen – Fachkräfte, die Kinder mit sprachlichen Herausforderungen gezielt fördern und ihr Wissen an die Teams weitergeben. Zusätzlich wird eine Koordinierungsstelle eingerichtet, um die verschiedenen Maßnahmen zusammenzuführen. In Bremerhaven wird ein eigenes, trägerübergreifendes Modell umgesetzt, das alle 57 Kitas umfasst.
Für die sprachliche Bildung und damit die Verbesserung der Startchancen unserer Kinder stehen allein in diesem Bereich rund 8,5 Millionen Euro für 2025 und 2026 zur Verfügung. Der Anteil der eingesetzten Bundesmittel wird in 2025/26 in etwa verdoppelt.
Hintergrund:
Der Bund unterstützt die Länder auch in den Jahren 2025 und 2026 mit insgesamt rund 4 Milliarden Euro bei Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Verbesserung der Teilhabe in der Kindertagesbetreuung. Alle Länder schließen auf Basis des KiQuTG Änderungsverträge mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) ab. Diese Verträge enthalten unter anderem das Handlungs- und Finanzierungskonzept des Landes, in welchem die Maßnahmen in den jeweiligen Handlungsfeldern dargelegt werden und dienen als Grundlage für das Monitoring und die Evaluation nach Paragraf 6 KiQuTG. Da die vom Bund bereitgestellten Mittel nicht aufwachsend sind, gleichzeitig aber Tarifeffekte und Preissteigerungen zum Tragen kommen, ist jedoch ein Umsteuern in einzelnen Maßnahmen nötig. Die Finanzierung durch den Bund ist derzeit bis Ende 2026 befristet. Über die Verwendung möglicher Restmittel im Jahr 2027 wird noch verhandelt.
