Ein 41-jähriger Bremer soll für die aufgeschlitzten Reifen verantwortlich sein. Die Polizei sucht den Mann noch. In den vergangenen Nächten wurden Reifen von mehr als 260 Autos zerstochen.
In der Nacht zu Freitag waren laut Polizei zahlreiche zusätzliche Beamtinnen und Beamte im Einsatz. Parallel dazu wertete die Sonderkommission „Reifenstecher“ umfangreiches Beweismaterial aus — darunter Videoaufnahmen und Hinweise aus der Bevölkerung. Diese seien teilweise auch anonym über das Hinweisportal eingegangen. Diese Ermittlungen hätten dann zu dem Verdächtigen geführt, der in der Bremer Neustadt wohnt, teilte die Polizei mit.
Seine Wohnung wurde inzwischen durchsucht, der Mann konnte aber noch nicht gefasst werden. Man sei aber zuversichtlich, dass der Verdächtige bald gestellt werden könne, heißt es von der Polizei.
Nähere Angaben zu dem Verdächtigen und seinem mutmaßlichen Motiv machten die Ermittler zunächst nicht. Dazu könne man aktuell nichts sagen, erklärte Polizeisprecher Nils Matthiesen auf Nachfrage von buten un binnen. Man werde den 41-Jährigen befragen, sobald man seiner habhaft geworden sei.
Schadenshöhe vermutlich bei knapp einer Million Euro
Er soll diese Woche an drei aufeinanderfolgenden Nächten die Reifen an mehr als 260 geparkten Autos in verschiedenen Bremer Stadtteilen zerstochen haben. Die Tatserie begann in der Nacht zum Dienstag. Attackiert wurden nach Angaben der Polizei diverse Automarken und Fahrzeugtypen, ein gezieltes Vorgehen war dabei nicht erkennbar.
Derzeit deute vieles darauf hin, dass es sich bei dem 41-jährigen Bremer um einen Einzeltäter handele, so die Polizei. Trittbrettfahrer könnten jedoch nicht ausgeschlossen werden.
Die Polizei hatte zunächst von einem sechsstelligen Schaden gesprochen. Inzwischen gehen die Schätzungen deutlich höher. „Wir sind da bestimmt mittlerweile — wenn wir alles zusammenrechnen — auf fast einer Million Euro Schaden“, sagte Polizeisprecher Nils Matthiesen.
Fahndung nach dem Tatverdächtigen läuft
Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) zeigte sich erfreut über den schnellen Ermittlungserfolg. „Ich bin erleichtert, dass unsere Polizei durch intensivste Ermittlungsarbeit und die erhöhte Präsenz im Stadtgebiet einen wichtigen Ermittlungserfolg erzielen konnte.“ Mäurer lobte die Unterstützung aus der Bevölkerung: „Die Bürgerinnen und Bürger haben mit ihren wertvollen Hinweisen maßgeblich dazu beigetragen, den Tatverdächtigen zu identifizieren.“ Die Fahndung sei in vollem Gange.
