Bremen Informationsdialog****** Warnstreik - Wir werden bestreikt! vergrößern Information zum Warnstreik am Montag, 2. Februar Die Gewerkschaft ver.di hat ihre Mitglieder im Nahverkehr deutschlandweit – und damit auch bei der BSAG – für Montag, 2. Februar, zu einem 24‑stündigen Warnstreik aufgerufen. Da wir unter diesen Bedingungen keinen sicheren Betrieb unserer Busse und Bahnen gewährleisten können, müssen wir den kompletten Verkehr von Montag, 2. Februar, 3 Uhr, bis zum Betriebsbeginn am Dienstag, 3. Februar, gegen 3 Uhr einstellen.*******

Sicherheitsgipfel: Bodycams für alle DB-Mitarbeitenden und Start für Aktionsplan

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Sicherheitsgipfel in Berlin am 13.02.2026 Deutsche Bahn AG / Oliver Lang

Bund, Länder, Gewerkschaften und Verkehrsbranche bringen gemeinsamen Aktionsplan auf den Weg • DB stattet alle Mitarbeitenden im Nah- und Fernverkehr und in Bahnhöfen mit Bodycams aus • 2025 gab es mehr als 3.000 körperliche Übergriffe auf DB-Mitarbeitende • Anstieg von 37 Prozent in zehn Jahren

Elf Tage nach dem brutalen und tödlichen Angriff auf den DB-Mitarbeiter Serkan Çalar in einem Regionalzug haben sich Spitzenvertreter von Bund, Ländern, Arbeitnehmervertretern und der Verkehrsbranche auf Handlungsfelder für einen gemeinsamen „Aktionsplan für mehr Sicherheit auf der Schiene“ verständigt. Zu dem Sicherheitsgipfel hatte die DB-Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla eingeladen.

Die DB selbst wird kurzfristig folgende Maßnahmen umsetzen:

  • 2026 bekommen alle Mitarbeitenden mit Kundenkontakt im Nahverkehr, Fernverkehr und an den Bahnhöfen Bodycams zur Verfügung gestellt; die Nutzung soll freiwillig sein.
  • Die DB setzt 200 zusätzliche Kräfte der DB Sicherheit auf Bahnhöfen ein.
  • Die persönliche Schutzausrüstung von DB-Mitarbeitenden wird verbessert.
  • DB-Mitarbeitende werden noch mehr in Verhaltens- und Deeskalationstrainings geschult.
  • Damit DB-Mitarbeitende im Ernstfall schneller Hilfe bekommen, wird ihr schon vorhandener Hilferufknopf („Prio-Ruf“) weiter ausgerollt und auch weiterentwickelt.
  • Die DB führt in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei regionale Sicherheitswerkstätten durch, um Sicherheitskonzepte vor Ort anzupassen.
  • Bei DB Regio gilt bei der Ticketkontrolle das Prinzip Eigensicherung vor Prüfung. Ab 1. März 2026 liegt es im Ermessen des Kontrollpersonals, ob ein Fahrgast bei der Ticketkontrolle einen Ausweis vorzeigen muss.
Sicherheitsgipfel in Berlin am 13.02.2026 Im Bild v.l.n.r.: Mitarbeiter DB Sicherheit mit Bodycam Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende Deutsche Bahn AG Patrick Schnieder, Bundesverkehrsminister Christian Bernreiter, Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz
Deutsche Bahn AG / Oliver Lang

Die Bundespolizei setzt ihre Maßnahmen zur Bekämpfung der Gewaltkriminalität auf dem Gebiet der Bahnanlagen des Bundes uneingeschränkt fort. Bundespolizei und DB-Sicherheit gewährleisten eine hohe Sichtbarkeit, schnelle Intervention in Notfallsituationen sowie eine zielgerichtete Unterstützung in den Bahnhöfen und entlang der Strecke. Die bewährte 25-jährige Ordnungspartnerschaft zwischen DB und Bundespolizei wird fortentwickelt.

Der gemeinsame „Aktionsplan für mehr Sicherheit auf der Schiene“ wird zudem durch folgende konkrete Handlungs- und Prüffelder ergänzt:

  • Ausbau der Videoüberwachung in Zügen und an Bahnhöfen.
  • Besetzung der Nahverkehrszüge mit mehr Personal. Mit diesem Thema wird sich die Verkehrsministerkonferenz Ende März befassen.
  • Verzicht auf eine Ausweiskontrolle beim Deutschlandticket, um kritische Situationen zu verringern. Die Bundesländer wollen das Ticket dafür noch fälschungssicherer machen, auch das ist Thema auf der Verkehrsministerkonferenz Ende März.
  • Verstärkte und KI-unterstützte Auswertung von Video- und Audioaufzeichnungen zur Früherkennung. Die rechtlichen Grundlagen dafür sollen verbessert werden.
  • Stärkung des strafrechtlichen Schutzes von Mitarbeitenden, damit Angriffe auf sie besser geahndet werden können. Dies wollen die beteiligten Bundesministerien in das laufende Verfahren zur Anpassung des Strafgesetzbuchs einbringen.

Die Maßnahmen markieren einen Wendepunkt von Reaktion zu mehr Prävention und schnellerer Hilfeleistung.

Evelyn Palla, DB-Vorstandsvorsitzende:„Unser Anspruch ist klar: Sicherheit braucht eine klare Haltung – personell, technisch und rechtlich. Deshalb handeln wir entschlossen und setzen mit konkreten Maßnahmen ein deutliches Zeichen für mehr Sicherheit im Bahnverkehr. Wir stärken unsere Mitarbeitenden durch bessere Ausstattung, zusätzliche Unterstützung und gezielte Präventionsangebote. Dabei gilt für uns der Grundsatz: Prävention statt Reaktion. Gleichzeitig verfolgen wir eine konsequente Null-Toleranz-Strategie gegenüber jeder Form von Gewalt gegen unsere Mitarbeitenden.“

Patrick Schnieder, Bundesverkehrsminister:„Bahnhöfe und Züge müssen sichere Orte sein. Das gilt für Zugreisende und Zugpersonal in gleicher Weise. Daher müssen wir alles daransetzen, die Sicherheit auch in den Zügen weiter zu steigern. Ich bin dankbar, dass heute alle Beteiligten zusammengekommen sind und alle Maßnahmen diskutiert werden konnten. Ich bin zuversichtlich, dass wir auf Grundlage des Aktionsplans schnell Verbesserungen auf den Weg bringen können.“

Christian Bernreiter, Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz:„Die unfassbare Tat erschüttert meine Länder-Kolleginnen und -Kollegen genau wie mich zutiefst. Sicherheit in den Zügen und im gesamten öffentlichen Verkehr muss oberste Priorität haben – und zwar für die Beschäftigten genauso wie für die Reisenden! Es ist ein wichtiges Signal, dass die Deutsche Bahn, die als Arbeitgeber für die Sicherheit ihrer Beschäftigten verantwortlich ist, jetzt alle beteiligten Ebenen schnell zusammengebracht hat. Als Aufgabenträger im Schienenpersonennahverkehr treibt uns Länder das Thema Sicherheit immens um. Wir unterstützen Modelle einer sicherheitsorientieren Personalpräsenz in den Nahverkehrszügen. Über zusätzliche sinnvolle Möglichkeiten werden wir bereits im März auf der nächsten Verkehrsministerkonferenz sprechen.“

Dass DB-Mitarbeitende genau wie Polizeien, Feuerwehren und Rettungsdienste mehr Aggressivität zu spüren bekommen, zeigen bisher unveröffentlichte Zahlen für das vergangene Jahr. Bei Fahrkartenkontrollen, bei der Durchsetzung des Hausrechts sowie nach Großveranstaltungen kam es immer wieder zu verbalen und tätlichen Übergriffen.

Konkret: 2025 gab es konzernweit 3.262 körperliche Übergriffe auf DB-Mitarbeitende (versuchte sowie vollendete). Auch wenn dies im Vergleich zum Vorjahr ein leichter Rückgang ist, blieb die Zahl der Übergriffe insgesamt auf einem sehr hohen Niveau: Sie ist in den letzten zehn Jahren um 37 Prozent gestiegen (2016: 2.374). Besonders deutlich war der Anstieg in der Corona-Pandemie im Jahr 2021. Schwere und gefährliche Körperverletzungen bilden dabei die Ausnahme und machen lediglich ein bis zwei Prozent der Fälle aus.

Um die auf dem heutigen Sicherheitsgipfel identifizierten Maßnahmen auf den Weg zu bringen, werden Bund, Länder, DB und Verkehrsbranche bis Ende April 2026 konkrete Schritte zur Umsetzung vereinbaren.

Auch die Verkehrsministerkonferenz am 25. und 26. März wird sich mit der Sicherheit im Nahverkehr befassen.

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