In der Hamburger U-Bahn ist es am Donnerstagabend nach Angaben der Polizei zu einem möglichen Tötungsdelikt gekommen: Ein Mann und eine Frau wurden an der Haltestelle Wandsbek-Markt von einer einfahrenden U-Bahn erfasst und getötet. Nach ersten Erkenntnissen hätten beide Personen unabhängig voneinander am Bordstein gestanden, erklärte die Hamburger Polizei am Freitag. Beim Einfahren der U1 in Richtung Innenstadt habe der Mann die Frau gepackt und beide gemeinsam auf die Gleise gestürzt.
„Mann ging unvermittelt auf Frau zu, ergriff sie und zerrte sie ins Gleisbett“
Gegenüber „NonstopNews“ sagte mehrere Augenzeugen, dass der Mann am Bahnsteig entlanggelaufen sei und eine dort stehende Frau gepackt und sich mit ihr vor die U-Bahn geschmissen habe. Die Polizei gab bekannt: „Der Mann ging (…) unvermittelt auf die Frau zu, ergriff sie und zerrte sie aus bislang ungeklärten Gründen mit sich ins Gleisbett vor die inzwischen einfahrende U-Bahn.“ Das „Hamburger Abendblatt“ berichtet, dass die Frau 18 Jahre alt gewesen sein soll, der Mann soll 25 Jahre alt gewesen sein.
Mordkommission ermittelt: Mann packt Frau und reißt sie mit vor einfahrende U-Bahn
Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der Polizei gegen 22.00 Uhr. Wie das „Hamburger Abendblatt“ berichtet, konnte die Feuerwehr die Leichen bergen und den Tatort um kurz vor 23 Uhr an die Polizei übergeben.
Es bestehe ein Verdacht auf einen Tötungsdelikt, weshalb die Mordkommission LKA 41 die Ermittlungen übernommen habe. Die Opfer seien bislang noch nicht identifiziert worden, erklärte die Polizei. Unklar war zunächst außerdem der Hintergrund des Vorfalls. Zeugen wurden der Polizei zufolge vor Ort seelsorgerisch betreut. Die Ermittler wertden Videos aus den Kameras am Bahnhof aus.
Von dem Vorfall war auch der Bahnverkehr betroffen. Wie die Hamburger Hochbahn AG im Onlinedienst X mitteilte, wurde der Betrieb auf der U1 zwischen den Haltestellen Wartenau und Wandsbek-Gartenstadt bis zum Betriebsende gesperrt. Für betroffene Fahrgäste sei ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet worden. Die Hochbahn AG ging davon aus, dass der Betrieb am Freitag wieder aufgenommen werden könne.
Staatsanwaltschaft: Täter war polizeibekannt
Wie die „Bild“ berichtet, war der 25-jährige Täter der Polizei bekannt. Das habe die Staatsanwaltschaft gegenüber der Zeitung bestätigt. Er soll in der Vergangenheit wiederholt „durch Aggressions- und Gewaltdelikte aufgefallen sein“, heißt es. Nur zwei Tage vor der Tat soll er gegenüber Vollstreckungsbeamten gewalttätig geworden sein.
Hilfe bei Suizid-Gedanken
Anmerkung der Redaktion: Wir haben uns in diesem Fall entschieden, über das Thema Selbsttötungen zu berichten. Sollten Ihre Gedanken darum kreisen, sich das Leben zu nehmen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge. Hilfe finden Sie bei kostenlosen Hotlines wie 0800-1110111 oder 0800 3344533.
