Bald ist es soweit und wir treffen zu einem Interview die Gruppe Karat hier in Bremen.Seit darauf gespannt !..........

Oktober 8, 2026

Skandal um 900.000-Euro-„Kreativraum“: Wie es beim Jobcenter Bremen derzeit weitergeht

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Screenshot : Google Maps

Screenshot : Google Maps

Nach der Enthüllung über maßlose Kostenüberschreitungen beim Umbau eines Besprechungsraums steht das Jobcenter Bremen unter intensiver Prüfung. Neben harten personellen Konsequenzen laufen derzeit umfassende Ermittlungen und organisatorische Aufarbeitungsprozesse, um die Vergabepraxis und die interne Finanzkontrolle neu aufzustellen.

Die Fakten und Zahlen im Überblick

Bereich Eckdaten / Beträge
Ursprünglich genehmigtes Budget Max. 99.000 Euro
Erste öffentlich genannte Zahl Ca. 600.000 Euro
Tatsächliche Gesamtkosten „Kreativraum“ Rund 906.000 Euro (auf 98 m²)
Weiterer betroffener Raum Ca. 293.000 Euro (Frauenförderprojekt)
Direkte Personalentscheidung Abberufung des Geschäftsführers Thorsten Spinn

Was geschieht aktuell? Die laufenden Maßnahmen

1. Sonderprüfungen & Rechnungsprüfung

Die Trägerversammlung (bestehend aus Vertretern der Agentur für Arbeit sowie dem Bremer Arbeits- und Finanzressort) hat interne Untersuchungen eingeleitet. Im Fokus stehen drei Kernfragen:

  • Vergaberecht: Wurden die Aufträge für Designermöbel und Handwerkerleistungen ordnungsgemäß ausgeschrieben oder stückweise vergeben, um Schwellenwerte zu umgehen?

  • Genehmigungskette: Warum wurden die Budgetüberschreitungen über Monate hinweg weder an die Trägerversammlung noch an den Senat gemeldet?

  • Rechtliche Regressprüfungen: Es wird geprüft, ob Dienstpflichtverletzungen vorliegen und inwiefern finanzielle Regressansprüche geltend gemacht werden können.

2. Personeller Umbruch und Interimsleitung

Nach der sofortigen Abberufung von Geschäftsführer Thorsten Spinn durch die Trägerversammlung und Senatorin Claudia Schilling wurde die Führungsebene neu geordnet. Eine Interimsleitung steuert die Behörde, während die Nachfolge transparent neu ausgeschrieben und besetzt werden muss.

3. Verschärfung der Kontroll- und Freigabemechanismen

Um ähnliche Fälle künftig auszuschließen, wird das Controlling der Behörde neu strukturiert:

  • Transparenzpflichten: Bei Investitionen oberhalb definierter Schwellenwerte greift künftig eine Berichtspflicht gegenüber der Trägerversammlung.

  • Budget-Monitoring: Bau- und Ausstattungsvorhaben in angemieteten Immobilien unterliegen künftig einer strengeren Überwachung durch die Finanzbehörden des Landes Bremen.

4. Nutzung des Raumes

Der „Kreativraum“ selbst bleibt trotz der Debatte bestehen – ein Rückbau würde zusätzliche Kosten verursachen, ohne das investierte Geld zurückzuholen. Die Behörde steht nun vor dem Erklärungsdruck, wie das Objekt im täglichen Arbeitsbetrieb sinnvoll und ohne weiteren Reputationsschaden genutzt werden kann.

Der politische Nachhall in Bremen

Der Vorgang trifft das Land Bremen an einer empfindlichen Stelle: Das Jobcenter verzeichnet hohe Fallzahlen bei Bürgergeld-Empfängern, während soziale Projekte und Eingliederungsmittel im Landeshaushalt unter spürbarem Kürzungsdruck stehen. Die Opposition in der Bürgerschaft fordert weiterhin lückenlose Aufklärung darüber, warum das Controlling der Aufsichtsbehörden über einen so langen Zeitraum versagen konnte.

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