Alles wird teurer, die „Glocke“ nicht
Symbolfoto

Das gibt’s auch nicht alle Tage: Nach neuen Berechnungen der Planer werden der Umbau und die Erweiterung des Bremer Konzerthauses „Glocke“ deutlich weniger kosten als zuletzt angenommen.
Bremen. Wer dieser Tage Nachrichten aus dem Bausektor liest, stellt sich am besten auf schlechte Botschaften ein: Es dauert länger, es wird teurer – das sind die gängigen Schlagzeilen. Bei Bremens spektakulärstem Kultur-Bauvorhaben kommt es nun überraschend anders: Nach den Berechnungen der Planer sinken die Kosten für Umbau und Erweiterung des Konzerthauses „Glocke“ beträchtlich.
Die Planer beziffern die Kosten für die Neuerfindung der „Glocke“ im städtischen Haushalt auf rund 53,5 Millionen Euro. Noch im Sommer 2023 war in Senatsvorlagen von bis zu 88 Millionen Euro die Rede gewesen. „Das ist eine beachtliche Reduzierung und eine sehr gute Nachricht für die Stadt“, sagte Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz (SPD).
Bessere Baugrund-Erkenntnisse und schlankeres Konzept
Hauptgrund für den deutlichen Kostensprung nach unten sind nach Angaben der Planer veränderte Annahmen beim Baugrund und bei den Gründungsarbeiten für den geplanten Erweiterungsbau. Zudem seien im Zuge des Architektenwettbewerbs Entwürfe vorgelegt worden, die sich durch eine kompaktere Bauweise und damit durch eine deutlich höhere Kosteneffizienz auszeichnen.
Trotz der Einsparungen halte man an den zentralen Zielen des Projekts fest: Neben der grundlegenden energetischen und funktionalen Sanierung des denkmalgeschützten Bestandsbaus soll ein Neubau mit einem zweiten Saal für Kammerkonzerte sowie Raum für Musikvermittlung und Gastronomie entstehen.
40 Millionen Euro vom Bund zugesagt
Finanziell gestützt wird das Projekt maßgeblich durch Fördermittel des Bundes. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte bereits vor vier Jahren Fördergelder in Höhe von bis zu 40 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Da diese an eine Kofinanzierung der Freien Hansestadt Bremen gekoppelt sind, entlastet die geringere Gesamtsumme den Bremer Haushalt erheblich.
Der Baubeginn ist nach den aktuellen Zeitplänen für das Jahr 2028 vorgesehen, die Wiedereröffnung soll 2030 erfolgen.