Die Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung Ärgerliche Verspätung: Erste neue Züge fürs Expresskreuz erst 2028

Die neuen Doppelstockzüge für das Expresskreuz Bremen/Niedersachsen verspäten sich erneut. Nach aktuellem Stand ist im Jahr 2027 nicht mehr damit zu rechnen, dass die ersten Fahrzeuge des Herstellers Alstom im regulären Fahrgastbetrieb fahren. Die Zulassung der neuen Bauserie bei der Eisenbahngenehmigungsbehörde scheitert weiterhin.
Die Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung, Özlem Ünsal, fordert nun Alstom auf, einen hochrangigen Vertreter des Konzerns nach Bremen zu schicken, der dort persönlich der zuständigen Deputation für Mobilität Rede und Antwort steht.
Mobilitätssenatorin Özlem Ünsal: „Alstom hat Termin um Termin gerissen. Für einen Konzern dieser Größe ist das nicht mehr zu erklären, und den Fahrgästen ist es nicht länger zuzumuten.“
Es ist nicht die erste Verschiebung: Bereits im Januar 2025 hatte Alstom die Lieferung zum vierten Mal verschoben. Inzwischen sind nach Informationen des Senats 17 Fahrzeuge vom Typ Coradia max fertig gebaut, fünf weitere sind im Rohbau fertig. Die nächsten Zulassungsschritte und auch bereits erste Schulungen bei DB Regio waren zuletzt für den Sommer vorgesehen. Sie sind bis heute nicht möglich. Bremen und Niedersachsen sind mit den bestellten 34 Triebzügen nicht allein: Neben den gemeinsam bestellten Zügen für das Expresskreuz warten noch deutlich mehr Fahrzeuge anderer Besteller deutschlandweit auf ihre Zulassung.
Im Expresskreuz sind täglich rund 41.000 Fahrgäste unterwegs, unter anderem zwischen Bremerhaven, Bremen und Hannover. Sie fahren derzeit mit Ersatzfahrzeugen, die weniger Platz und weniger Komfort bieten. Für das kommende Jahr gibt es immerhin Planungssicherheit: Die Ersatzflotte ist für das gesamte Jahr 2027 auf allen Linien gesichert. Die Zahl der Sitzplätze kann etwas erhöht werden, und voraussichtlich kommen nur noch klimatisierte Fahrzeuge zum Einsatz.
„Wir erwarten, dass Alstom in Bremen persönlich erklärt, wie es dazu kommen konnte und wann die Züge wirklich fahren – mit einem Zeitplan, der diesmal hält“, so Ünsal. „Wer jeden Tag zur Arbeit, zur Ausbildung oder zur Familie pendelt, braucht verlässliche Züge. Ausreden haben die Fahrgäste genug gehört.“