„Ladenhüter werden eliminiert“: VBN-Angebot verändert sich deutlich – und soll einfacher werden

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Im Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen haben sich die Abo-Zahlen seit Einführung des Deutschland-Tickets nahezu verdoppelt. Der VBN registrierte 2025 „eine stabile Nachfrage“.

Bremen – Der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) bleibt in der Spur. Das geht unter anderem aus der gemeinsamen Jahresbilanz hervor, die VBN und der Zweckverband VBN (ZVBN) am Dienstag in Bremen vorlegten.

Demnach nutzten im Jahr 2025 insgesamt 187,1 Millionen Fahrgäste die Busse und Bahnen der 31 Verkehrsunternehmen im 9.416 Quadratkilometer großen VBN-Land zwischen Nordsee und Dümmer, zwischen Ostfriesland und Rotenburg. Das waren 300.000 Fahrgäste weniger als ein Jahr zuvor. VBN-Geschäftsführer Rainer Counen sprach trotzdem von einer „stabilen Nachfrage“. Die Fahrgeldeinnahmen sind hingegen um 15,6 auf 184,2 Millionen Euro gesteigert worden. Das entspricht einem Plus von knapp neun Prozent. Im ersten Quartal 2026 hat sich der Trend laut Counen fortgesetzt. Die Fahrgastzahl liegt geringfügig unter, die Einnahmen liegen etwas über den Vorjahreswerten.

„Stabile Nachfrage“ im VBN-Land

Weiteren Angaben zufolge boomen im VBN-Land die Abonnenten-Zahlen: 2025 zählte die Verkehrsunternehmen mit rund 141.000 Abos etwa 24.000 mehr als 2024. Seit der Einführung des Deutschland-Tickets im Jahr 2022 habe sich die Zahl der regelmäßigen Bahn- und Busfahrer nahezu verdoppelt.

Das Deutschland-Ticket (das derzeit 63 Euro pro Monat kostet) bleibt laut Counen ein wichtiger Faktor für die Nutzung des öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) im Verbundgebiet. Im Jahr 2025 nutzten durchschnittlich rund 167.000 Fahrgäste mit Wohnsitz im Verbundgebiet das Deutschland-Ticket (D-Ticket), 18 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Hinzu kamen 50.000 Studenten mit Deutschland-Semesterticket. Ein weiterer Blick in die Bilanzzahlen zeigt, dass in Bremen 14 Prozent der Einwohner mit Deutschland-Ticket unterwegs sind, im Landkreis Diepholz sind es 5,54 Prozent, im Landkreis Verden 6,53 Prozent. Zum Vergleich: 30 Prozent aller Berliner und 50 Prozent aller Hamburger besitzen ein D-Ticket.

Nahverkehr auf neuen Säulen: „Ladenhüter werden eliminiert“

Die Einnahmen aus dem Deutschland-Ticket werden zukünftig nach Postleitzahl des Käufers verteilt. Der VBN erwartet ein Einnahmeplus von 50 Millionen Euro. Im Gegensatz fallen die Zuschüsse (derzeit rund 40 Millionen Euro) weg. Die Finanzierung des D-Tickets ist bis 2030 gesichert. Land und Bund müssen dafür pro Jahr drei Milliarden Euro aufbringen. Der Preis des Tickets wird auf Basis eines Kostenindex festgeschrieben, hieß es weiter. Kostenfaktoren sind Personal (55 Prozent), Energie (20 Prozent) und Sonstiges (25 Prozent). „Vor diesem Hintergrund arbeiten wir derzeit an der Überarbeitung unseres Ticket-Sortiments“, sagte Counen. „Ladenhüter werden eliminiert.“ Das heißt: Monatstickets, die teurer sind als ein D-Ticket, werden wohl aus dem Raster fallen. Die neue Ticket-Struktur soll zum 1. Januar 2027 festgezurrt sein. Und dann soll im Jahr 2027 auch die aktuelle Tarifstruktur mit den vielen Zonen im VBN-Land entrümpelt werden. „Alles soll vereinfacht werden“, sagte Counen.

Tarifstruktur im VBN-Gebiet soll 2027 vereinfacht werden

Der ZVBN, in dem die vier Städte Bremen, Bremerhaven, Oldenburg und Delmenhorst sowie sechs Landkreise zusammengeschlossen sind, hat 2025 rund 8,5 Millionen Euro zur Förderung und Weiterentwicklung des ÖPNV bereitgestellt, sagte ZVBN-Geschäftsführer Christof Herr. 5,6 Millionen Euro flossen in Verbesserungen auf Buslinien, 1,1 Millionen Euro in die Optimierung der Fahrgastinformationen und jeweils 800.000 Euro in Haltestellen und Bahnhöfe sowie in die Marktforschung. Für 2026 stehen erneut 8,5 Millionen Euro zur Verfügung. Herr sagte, Bund und Ländern komme nach der finanziellen Absicherung des Deutschland-Tickets die Aufgabe zu, die Kommunen auch finanziell in die Lage zu versetzen, das Angebot im Nahverkehr nicht nur zu sichern, sondern auszubauen.

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